Fasnacht

Im Ausnahmezustand
Wenn dich an einem Donnerstagmorgen Verkleidete mit breitem Grinsen zum Schnapstrinken nötigen, kombinierst du messerscharf: Die heiße Phase der Konstanzer Fasnacht hat begonnen. Das merkt man je nach Wohnlage bereits ein paar Stunden früher, wenn Trommel- und Blasmusikgetöse einen gegen fünf oder sechs Uhr morgens unsanft aus dem Bett befördern.

Der Schmotzige
Wer um den Schnaps noch herumkam, könnte allerdings eine Straße weiter von minderjährigen Schülern gestoppt werden, die die Gunst der anarchischen Stunde nutzen, um Wegzoll zu erpressen. Das Rathaus ist da längst von Hästrägern gestürmt, und auch an den Hochschulen dürfte man am Schmotzigen Dunnschtig, dem wichtigsten Tag der Konstanzer Fasnacht, so gut wie keiner Krawatte begegnen.

Ho Narro!
Das Wichtigste: Zum Einstieg bietet sich der traditionelle Butzenlauf am Mittwochabend an (vom Schnetztor bis zum Obermarkt). Am Schmotzigen herrscht dann endgültig Ausnahmezustand, sprich: Es gibt keine Sperrstunde. Bevor es in die Kneipen geht, findet in den Gassen von Konstanz der traditionelle Hemdglonker-Umzug statt. Nach den Fasnachtsbällen am Samstag zieht am Sonntag dann noch ein großer Umzug durch die Altstadt. Ho Narro!

Gehörschutz?
Ab Rosenmontag legt sich der Trubel langsam wieder (vielleicht noch zum »Wurschtschnappen« auf die Marktstätte?). Fazit: Wer’s mit den Narren weniger hat, sollte die Ohrenstöpsel für die Bib ab dem Schmotzigen auf dem Nachttisch bereitlegen .