Drumherum

Insel Reichenau
Die größte Insel im See,  ist die Reichenau. Wegen ihrer drei romanischen Gotteshäuser und der mittelalterlichen Buchmalerei des Klosters sie seit 2000 UNESCO-Weltkulturerbe. Mit dem Fahrrad kommt ihr recht locker hin und auch um die Insel herum. Nebenbei: Knackiges Gemüse kaufen, vom Händler oder billiger im Straßenverkauf aus privater Hand. Nicht vergessen: Fisch essen!

Insel Mainau
Die idyllische Blumeninsel, ein Touri-Highlight, ist im Besitz der aus Schweden stammenden Adelsfamilie Bernadotte. Das Sonnenuntergangsticket ab 17 Uhr kostet nur die Hälfte. Und wer keinen grünen Daumen hat, kann sich telefonisch Tipps von den Gartenexperten der Mainau holen.

Lindau
Das bayerische Städtchen Lindau, an der Grenze zum Vorarlberg, liegt teilweise auf einer Insel. Die Stadt glänzt durch ein spätmittelalterliches Stadtbild. Und mit dem Club Vaudeville haben die Lindauer einen waschechten Alternative-Musikclub mit langer Tradition im Anschlag.

Zürich
Zürich ist die (kleine) Großstadt in der Nähe. Hier gibt’s alles: Stars und Konzerte, coole Clubs und Bars, schicke Restaurants und Shoppingmeilen, Kunst und Kultur, Straßenbahn und internationaler Flughafen, Zürisee und Bäderkultur. Tipp: In den malerischen Gässchen des Altstadtteils Niederdorf findet ihr die lässigsten Shops. Die charmanten, typisch deutschschweizer Städte St. Gallen, Winterthur oder Schaffhausen erreicht ihr ebenfalls relativ schnell. An Zürich kommt in Sachen Rundumversorgung aber nix ran.

Bregenz
Das Kunsthaus Bregenz und die Bregenzer Festspiele prägen den Ruf der kleinen Vorarlberger Hauptstadt Bregenz. Für Studenten gibt’s bis 26 Jahre 75% Rabatt auf Karten der Festspiele! Auf eine gute Küche legt man viel Wert, gerade im Bregenzerwald. Ziemlich viele junge Leute bevölkern neben Urlaubern die Stadt.

Friedrichshafen
Die Industriestadt Friedrichshafen (MTU, ZF und Dornier) ist stolz auf ihr Zeppelinmuseum und den Zeppelin, der gemächlich seine Runden über den Bodenseeraum dreht. Für die direkte Verbindung sorgt der etwas teuere Katamaran. Bequem und billiger: Der Städteschnellbus. Einen richtigen Flughafen mit immer mehr Zielen und zum Teil günstigen Flugpreisen, sowie riesige Messehallen haben die »Häfler« auch in petto.

Konstanz – Damals und Heute

Konstanz hat mit der Imperia im Hafen eine vollbusige Hure als Wahrzeichen. Sollte man nicht für möglich halten in einem Bundesland, das bis 2011 durchgehend seit der Gründung eine konservative Landesregierung gestellt hat. Andererseits erinnert die Dirnenstatue an eine Zeit, in der Konstanz noch von Stadtmauern umringt war und Andersdenkende bei lebendigem Leibe verbrannt wurden.

Von 1414 bis 1418 wurde im Konzil der größte Kongress des Mittelalters abgehalten, Päpste wurden abgesetzt, ein neuer gewählt. Wo damals Kardinäle und Erzbischöfe tagten, wird heute zur »Konzilparty« getanzt. Bald steht dieses Ereignis wieder im Mittelpunkt der Stadt: Denn 2014 bis 2018 jährt sich das Konstanzer Konzil zum 600. Mal. Die Stadt feiert dieses weltgeschichtliche Ereignis im großen Stil mit Ausstellungen, Theateraufführungen, Stadtfesten, Ritterspielen und wissenschaftlichen Tagungen.

Doch nicht alles hat sich seit damals verändert: »Denk ich an den Bodensee, tut mir gleich der Beutel weh« , textete einst ein Minnesänger. Wer je in einem Café an der Marktstätte eingekehrt ist, weiß um die seherische Kraft dieser Zeilen. Und das obwohl der Platz im Mittelalter noch Bodensee war.

Geschichte ist in Konstanz allgegenwärtig: In der Malhaus-Apotheke am Obermarkt wird seit über 600 Jahren Medizin verkauft. Die ersten Festungen der Römer auf dem Münsterhügel könnt ihr heute noch besichtigen. Im Zweiten Weltkrieg wurde Konstanz nicht bombardiert, weil die Alliierten Sorge hatten, die unmittelbar benachbarte neutrale Schweiz zu treffen. So blieb die malerische Altstadt erhalten, die seit 1982 unter Denkmalschutz steht.

Wer heute in der Chérisy- oder Jägerkaserne Party macht, tut dies an einem Ort, an dem von 1945 bis 1979 französische Soldaten stationiert waren. Heute prägen Studenten und Familien die Szene. Von den gut 80.000 Konstanzern sind etwa 16.000 Studis. Konstanz ist also doch eine junge Stadt.

Leben an der Grenze

Tankvorteile, Gaumenfreuden, Schokolade nach Familienrezept und Zollfreimengen
Konstanz und Kreuzlingen sind Grenzstädte. Der Bezeichnung wohnt noch immer ein Hauch von Fremde und Abenteuer inne.  Die Zeiten, in denen Grenzzäune mit Stacheldraht die beiden Städte voneinander trennen sind aber längst vorbei. So stehen für den fließenden Autoverkehr vier Grenzübergänge offen.
Als Autofahrer profitiert man von den günstigeren Schweizer Benzinpreisen. Obwohl der Unterschied nicht mehr so groß ist wie er einmal war, kann man pro Tankfüllung immer noch gut zehn Euro sparen.
Zudem bietet Kreuzlingen kulinarische Vorzüge: Während die Supermarktkette Migros tiefe Einblicke in die Welt des Schweizer Käses gestattet, sowie ein beeindruckendes Pasta- und Teigwarenangebot offeriert, fertigt ein paar Straßen weiter die Schokoladenfabrik Bernrain Gaumenfreuden nach Familienrezepten. Das alles jedoch zu Schweizer Preisen, die den Einkauf keinesfalls zu einer preiswerten Angelegenheit machen.
Dem hemmungslosen Shoppingspaß könnte am Ende höchstens das Überschreiten der erlaubten Zollfreimenge trüben. Während Alkohol und Tabak nur in geringen Mengen abgabefrei eingeführt werden dürfen, müssen die meisten Waren bis zu einem Gesamtwert von 300 Euro pro Person nicht verzollt werden. Am besten immer genau die Einfuhrbestimmungen, in beide Richtungen, im Auge behalten.

Tipp für Vorsichtige: Wareneinfuhr an der Grenze

Auch wenn Konstanz und Kreuzlingen wie zwei zusammengehörige Nachbarstädte wirken: Es handelt sich doch um zwei verschiedene Länder. Daher gibt es Einfuhrbestimmungen, die verhindern, dass man mit fünf Stangen Zigaretten und dem Auto-Rücksitz voller Schnaps unbehelligt die Grenze passieren kann. Die meisten Waren unter 300 Euro sind aber abgabenfrei. Genaue Infos gibt’s an der Grenze und online beim Deutschen und Schweizer Zoll.

Tipp für Vorsichtige: Schwitzerdütsch nachsprechen?

Dialekte kann man nicht erlernen. Versucht man es doch, wirkt es oft nur aufgesetzt und peinlich. Das badische „Konschdanz“ bekommt man als Auswärtiger mit der Zeit vielleicht noch hin, aber wenn Deutsche versuchen, Schwitzerdütsch zu sprechen, biegen sich die Schweizer vor Lachen. Es erfordert ohnehin genug Anstrengung, das Gehörte überhaupt zu verstehen.

Tipp für Vorsichtige: Stauvermeidung an der Supermarktkasse

Du stehst an einer Konstanzer Supermarktkasse und hast aus welchen Gründen auch immer einen grünen Zettel bei dir: Lass ihn bloß in der Tasche. Denn wer mit grünen Zetteln in einer Schlange wedelt, ist Schweizer, und der Zettel ein Beleg für die steuerfreie Ausfuhr von Waren. Dieser muss natürlich nach dem Bezahlen erst einmal in aller Ruhe ausgefüllt werden. Das findet nicht unbedingt jeder gut, der an der Kasse steht. Mehr Infos, Flyer und Merkblätter zum Ausfuhrschein gibt’s bei der IHK Hochrhein-Bodensee.

Zwei Städte, ein Campus

Ob Deutschland oder Schweiz, Eurozone oder Eidgenossenschaft, Hochdeutsch oder Dialekt – in den beiden Städten Konstanz und Kreuzlingen, die durch die weltweit einzige Kunstgrenze miteinander verbunden, sind lebt man beinahe unbemerkt zwischen zwei Ländern. In der deutsch-schweizer „Doppelstadt“ tummeln sind 120.000 Menschen. Davon 17.000 Studierende, die mühelos zwischen den Grenzen von „hüben und drüben“ hin- und herwechseln.

Konstanz und Kreuzlingen bieten nicht nur ein exzellentes Hochschulangebot. Nein, das studentische Leben pulsiert, auch abseits vom Campus. Die abwechslungsreiche Landschaft, mit See- und Alpennähe,  zahlreiche Sport- und Spielstätten, sowie vielseitige Einkaufsmöglichkeiten und Gastronomieangebote machen Konstanz zum Freizeitparadies.

Konstanz punktet vor allem mit vielseitigen kulturellen Einrichtungen: Ob klassische Einrichtungen, wie Theater, Philharmonie, KulturzentrumK9 oder Kinos; eher alternative Studentenkneipen in denen Konzerten, Lesungen und Kleinkunst stattfinden; Clubkultur oder Entspannen in einem der vielen Biergärten am Hafen mit mediterranem Flair. Konstanz hat mit seinem abwechslungsreichen Kulturangebot einiges zu bieten.

Kreuzlingen hingegen besticht durch seine idyllische Lage zwischen Wiesen, Wäldern und Bergen, der Bodenseearena, dem Sport- und Kulturzentrum Dreispitz und vielen Seeuferanlagen. Aus kurzer Entfernung grüßt der Hausberg Säntis und gerade einmal 100km entfernt erstreckt sich ein Paradies für Skifahrer und Snowboarder.

Das verbindende Element zwischen beiden Städten ist das Wasser, das zum Schwimmen, Schlittschuhlaufen, Surfen, Spazieren, Grillen oder auch einfach nur Chillen einlädt. Studieren am See eben.

So gibt es, wie an den Hochschulen, auch in den beiden Städten, die die Landesgrenzen vergessen lassen, jeden Tag Neues zu entdecken. Und solltet ihr einmal nicht wissen, was tun, dann findet ihr Tipps und Termine auf den Websites der Städte Konstanz und Kreuzlingen.

Wörterbuch

Eins habt ihr wahrscheinlich schon mitbekommen: Ihr studiert in Konschdanz. Diesen pittoresken Ort erreicht man mit dem Auto über die A81, auch bekannt als Schbätzle-Heiweh [Spätzle-Highway]. Nai, do wird kai Hochdeutsch g’schwätzt.

Luschd uff ä räächds Veschba? Schbachtle und Bechere? Kai Probläm. Eine regionale Spezialität sind Dünnele [auch: Dinnele], eine Art Flammkuchenteig, der mit Käse, Speck, Zwiebeln, Spinat, Äpfeln und vielem mehr belegt werden kann. Vor allem auf dem Weihnachtsmarkt und bei Weinfesten sehr beliebt. Zum Dünnele trinkt der Konschdanzer gern Suser [Neuer Wein] oder Moschd [Most], der auf den Wochenmärkten im Fünf-Lidder-Kanischder verkauft wird. Aber aufpassen: Zu viel Moschd macht Dinnpfiff [Durchfall].

Buebespitzle sind länglich geformte Schupfnudeln [»Bubenspitze«] und Mauldasche sowas wie das badisch-schwäbische Nationalgericht. Unter Fleischkiechle versteht man Frikadellen und ein Uffschnitt tut nicht weh, sondern ist ein Wurst-Aufschnitt.

An Fasnacht dreht die Stadt komplett durch. Die Kinder kommen mit der Gugge [Tüte] für die Guzele [Bonbons] zu den Umzügen. Hauptstraßen und Altstadtgassen sind nicht nur am Schmotzige Dunnschtig [Schmutziger Donnerstag] voller Mäschgerle (Narren) in tollen Häs [Fasnachtskostümen]. »Helau« oder »Alaaf« schreien hier nur neigschmeckte Simbl [zugezogene Simpel], das Frichtle [Konstanzer] grüßt eine Woche lang mit »Ho Narro«.

Fasnacht

Im Ausnahmezustand
Wenn dich an einem Donnerstagmorgen Verkleidete mit breitem Grinsen zum Schnapstrinken nötigen, kombinierst du messerscharf: Die heiße Phase der Konstanzer Fasnacht hat begonnen. Das merkt man je nach Wohnlage bereits ein paar Stunden früher, wenn Trommel- und Blasmusikgetöse einen gegen fünf oder sechs Uhr morgens unsanft aus dem Bett befördern.

Der Schmotzige
Wer um den Schnaps noch herumkam, könnte allerdings eine Straße weiter von minderjährigen Schülern gestoppt werden, die die Gunst der anarchischen Stunde nutzen, um Wegzoll zu erpressen. Das Rathaus ist da längst von Hästrägern gestürmt, und auch an den Hochschulen dürfte man am Schmotzigen Dunnschtig, dem wichtigsten Tag der Konstanzer Fasnacht, so gut wie keiner Krawatte begegnen.

Ho Narro!
Das Wichtigste: Zum Einstieg bietet sich der traditionelle Butzenlauf am Mittwochabend an (vom Schnetztor bis zum Obermarkt). Am Schmotzigen herrscht dann endgültig Ausnahmezustand, sprich: Es gibt keine Sperrstunde. Bevor es in die Kneipen geht, findet in den Gassen von Konstanz der traditionelle Hemdglonker-Umzug statt. Nach den Fasnachtsbällen am Samstag zieht am Sonntag dann noch ein großer Umzug durch die Altstadt. Ho Narro!

Gehörschutz?
Ab Rosenmontag legt sich der Trubel langsam wieder (vielleicht noch zum »Wurschtschnappen« auf die Marktstätte?). Fazit: Wer’s mit den Narren weniger hat, sollte die Ohrenstöpsel für die Bib ab dem Schmotzigen auf dem Nachttisch bereitlegen .