Tipp für Vorsichtige: Schwitzerdütsch nachsprechen?

Dialekte kann man nicht erlernen. Versucht man es doch, wirkt es oft nur aufgesetzt und peinlich. Das badische „Konschdanz“ bekommt man als Auswärtiger mit der Zeit vielleicht noch hin, aber wenn Deutsche versuchen, Schwitzerdütsch zu sprechen, biegen sich die Schweizer vor Lachen. Es erfordert ohnehin genug Anstrengung, das Gehörte überhaupt zu verstehen.

Wörterbuch

Eins habt ihr wahrscheinlich schon mitbekommen: Ihr studiert in Konschdanz. Diesen pittoresken Ort erreicht man mit dem Auto über die A81, auch bekannt als Schbätzle-Heiweh [Spätzle-Highway]. Nai, do wird kai Hochdeutsch g’schwätzt.

Luschd uff ä räächds Veschba? Schbachtle und Bechere? Kai Probläm. Eine regionale Spezialität sind Dünnele [auch: Dinnele], eine Art Flammkuchenteig, der mit Käse, Speck, Zwiebeln, Spinat, Äpfeln und vielem mehr belegt werden kann. Vor allem auf dem Weihnachtsmarkt und bei Weinfesten sehr beliebt. Zum Dünnele trinkt der Konschdanzer gern Suser [Neuer Wein] oder Moschd [Most], der auf den Wochenmärkten im Fünf-Lidder-Kanischder verkauft wird. Aber aufpassen: Zu viel Moschd macht Dinnpfiff [Durchfall].

Buebespitzle sind länglich geformte Schupfnudeln [»Bubenspitze«] und Mauldasche sowas wie das badisch-schwäbische Nationalgericht. Unter Fleischkiechle versteht man Frikadellen und ein Uffschnitt tut nicht weh, sondern ist ein Wurst-Aufschnitt.

An Fasnacht dreht die Stadt komplett durch. Die Kinder kommen mit der Gugge [Tüte] für die Guzele [Bonbons] zu den Umzügen. Hauptstraßen und Altstadtgassen sind nicht nur am Schmotzige Dunnschtig [Schmutziger Donnerstag] voller Mäschgerle (Narren) in tollen Häs [Fasnachtskostümen]. »Helau« oder »Alaaf« schreien hier nur neigschmeckte Simbl [zugezogene Simpel], das Frichtle [Konstanzer] grüßt eine Woche lang mit »Ho Narro«.